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Die Marsbedeckung
am 24. Dezember 2007

Am frühen Morgen des 24. Dezember 2007 bedeckt der Vollmond unseren äusseren Nachbarplaneten, den Mars. Dieses seltene Ereignis ist in Osteuropa und in weiten Teilen Deutschlands beobachtbar. In einem kleinen Teil Deutschlands ist sogar eine streifende Bedeckung beobachtbar. Aufgrund seiner Oppositionsstellung, die ebenfalls am Heiligabend eintritt, ist der Mars sehr hell und das Ereignis dementsprechend günstig zu beobachten.

Die Abbildungen zeigen den Verlauf der Bedeckung für Berlin. Je nach Beobachtungsstandort kann der genaue Pfad des Mars hinter dem Mond etwas von der Darstellung abweichen. In Gebieten ausserhalb der Bedeckungszone im deutschsprachigen Raum wandert der Mond ganz knapp über dem Mars hinweg.

Das obere Bild zeigt die Konstellation um 4:40 Uhr, das untere Bild um 5:15 Uhr.

Die streifende Bedeckung erfolgt etwa auf der Linie Fulda - Nürnberg - Graz.

Beginn der Bedeckung

Ende der Bedeckung

Granfken erstellt mit Calsky (www.calsky.de).

Zeitplan

Die folgende Tabelle gibt die Zeiten für einige Städte an. In Städten ohne Zeitangabe findet keine Bedeckung statt.

Stadt Eintritt Austritt
Hamburg 4h40.5m 5h06.6m
Lübeck 4h39.1m 5h07.4m
Bremen 4h43.2m 5h04.8m
Berlin 4h41.8m 5h10.5m
Hannover 4h45.7m 5h05.6m
Köln - -
Frankfurt / Main - -
Magdeburg 4h44.4m 5h08.4m
Leipzig 4h46.6m 5h09.2m
Göttingen 4h48.6m 5h05.2m
Koblenz - -
Stuttgart - -
Nürnberg - -
München - -
Wien 4h54.2m 5h13.0m
Graz 5h03.0m 5h07.5m
Zürich - -
Bern - -

Daten errechnet mit Calsky (www.calsky.de).

Beobachtung

Die Beobachtung der Marsbedeckung ist trotz des Vollmondes aufgrund der großen Helligkeit des Mars sehr einfach. Die Beobachtung mit dem bloßen Auge fällt aufgrund der Überstrahlung durch den Vollmond weniger eindrucksvoll aus.

Ein Fernglas zeigt bereits die volle Pracht der Bedeckung. Man erkennt in den letzten Minuten vor dem eigentlichen Ereignis, wie sich der Mond langsam dem Mars annähert. Je mehr diese Annäherung fortschreitet, umso schneller scheint sich der Mond relativ zum Mars zu bewegen.

Die Bedeckung verläuft für den Fernglasbeobachter nicht schlagartig, obwohl Mars punktförmig erscheint. Da der Mars am Himmel eine kleine Scheibe ist, die der Mond allmählich abdeckt, nimmt die Marshelligkeit an der Ostseite des Mondes langsam ab, bis er völlig hinter dem Mond verschwunden ist. Es dauert knapp eine Minute, bis der Mond den Mars komplett bedeckt hat.

Der Austritt aus dem Mond erfolgt genau umgekehrt. Zunächst erscheint Mars an der Westseite des Mondes als kleiner, schwacher Punkt, der immer heller wird, bis Mars schließlich seine maximale Helligkeit wieder erreicht hat. Danach entfernt sich der Mond wieder vom Mars.

Im Teleskop lässt sich der Ein- und Austritt sehr detailliert verfolgen. Man kann direkt beobachten, wie der Mond die Marsoberfläche Stück für Stück bedeckt.

Fotografie

Die Fotografie der Bedeckung gestaltet sich relativ einfach, da der Mars zur Opposition sehr hell ist.

Zunächst sei die Möglichkeit erwähnt, die Annäherung des Mondes an den Mars fotografisch zu dokumentieren. Dieses Projekt eignet sich auch für mittel- bis langbrennweitige Teleobjektive und Fokalaufnahmen mit Teleskopen. Man erkennt bereits sehr gut die Annäherung des Mondes an den Mars, wenn man ab etwa 20 Minuten vor der Bedeckung ca. alle drei bis fünf Minuten eine Aufnahme anfertigt. Eine analoge Fotoserie kann man nach der Bedeckung anfertigen.

Das hier verlinkte Foto zeigt ein Komposit aus Mond und Mars. Es ist keine echte nahe Begegnung, der Mond befand sich einige Grad vom Mars entfernt, lediglich die Größenverhältnisse stimmen überein. Die Daten befinden sich bei der Aufnahme.

Besonders detailreiche Bilder erhält man bei der Aufnahme des Ein- und Austritts mit einer Webcam. Hiermit kann man Mond und Mars zeitgleich korrekt belichtet fotografieren. Je nach atmosphärischen Bedingungen auf Erde und Mars können, abhängig vom Seeing, hoch aufgelöste Bilder der Marsoberfläche während der Bedeckung gewonnen werden.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Webcam-Astrofotografie, bei der viele Einzelbilder zu einem Summenbild zusammengefügt werden, empfiehlt es sich bei der Bedeckung, Einzelbilder zu verwenden. Der Grund hierfür ist, dass der Bedeckungsvorgang nur knapp eine Minute dauert. Mittelt man verschiedene Einzelbilder dieser Phase zu einem Summenbild, verändert der Mond relativ zum Mars seine Position von Bild zu Bild, und das Summenbild wird unscharf.