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Probleme und Lösungsvorschläge

Inhalt
1. Papierbilder aus dem Labor allgemein
2. Das Bld ist unscharf: Siehe "Sterne erscheinen zu groß und blass."
3. Das Foto ist grobkörnig bzw.ein Digitalbild zeigt starkes Rauschen.
4. Sterne erscheinen zu groß und blass.
5. Nachgeführte Aufnahmen zeigen Strichspuren um einen gemeinsamen Mittelpunkt.
6. Aufnahmen zeigen z- bzw. s-förmige Strichspuren.
7. Mond-, Sonnen- und Planetenfotos zeigen weniger Details, als visuell sichtbar sind.
8. Beugungsringe um Sterne haben den Stern nicht als exakten Mittelpunkt.
9. Das Foto hat Doppelbilder.
10. Helle Kratzer parallel zur breiten Seite des Negativs.
11. Das Bild ist stellenweise unscharf.
12. Sterne sind am Bildrand deformiert.
13. Das Foto hat einen Farbstich.

Papierbilder aus dem Labor allgemein

Viele Labore mit automatischen Entwicklern haben Probleme, gute Papierabzüge von astronomischen Aufnahmen anzufertigen: Die Bilder sind meistens zu hell, zu dunkel oder zeigen Farbstiche. Die Automaten erkennen das Bild entweder überhaupt nicht oder interpretieren es als unterbelichtet und verlängern die Belichtungszeit des Papieres. Dies führt zu ungewollter Überbelichtung und zum Verlust von Details.

Ein auf Negativfilm aufgenommenes Foto kann beim Abziehen auf Fotopapier nachträglich sehr stark aufgehellt oder abgedunkelt werden, je nachdem, wie lange das Papier beim Abziehen belichtet wird. Dies führt bei dunklen Bildern, wie z. B. Astrofotos, zu den oben genannten Effekten. Bei Diafilmen ist diese Möglichkeit nur in so geringem Maße gegeben, dass die Helligkeitsbeeinflussung beim Abzug in den meisten Fällen vernachlässigt werden kann. Daher sollte man Astrofotos immer auf Diafilm aufnehmen und von diesen Dias Abzüge anfertigen lassen.

Im Falle von Digitalfotos empfielt sich generell der Ausdruck mit einem Drucker mit guter Fotoqualität. Hier kann man das Ergebnis direkt begutachten und das Bild am PC ggf. anpassen. Einen Papierabzug aus dem Labor kann man nach der Digitalisierung auch hervorragend optimieren. Das Einscannen von Dias und Negativen funktioniert nur in Einzelfällen bei Mondaufnahmen, da die Scanner sehr dunkle Bilder meiner Erfahrung nach nicht erkennen.

Filmstreifen sollte man nicht zerschneiden lassen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Maschinen die Bildgrenzen nicht richtig erkennen und der Schnitt genau durch das Motiv erfolgt.

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Das Foto ist grobkörnig bzw. ein Digitalbild zeigt starkes Rauschen.

Unterbelichtung! Wenn ein Negativ oder Dia nicht richtig ausbelichtet ist, treten die einzelnen Filmkörner deutlich hervor. Meist zeigt sich auch ein brauner Farbstich. Eine korrekt belichtete Aufnahme hat unabhängig von der Belichtungszeit einen tiefschwarzen Hintergrund, sofern sich bei Langzeitbelichtungen nicht die künstliche Himmelsaufhellung in Form von Grün- oder Graustichen bemerkbar macht.

Bei zu kurz belichteten Digitalfotos tritt auch das immer vorhandene Hintergrundrauschen deutlicher hervor, da die Signalstärke dann nur geringfügig größer ist als das Rauschen. Einige Modelle zeigen bei langen Belichtungen oder dunklen Motiven ausserdem ein relativ starkes Hintergrundrauschen.

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Sterne erscheinen zu groß und blass.

Die Aufnahme ist nicht korrekt fokussiert. Linsen und Spiegel verändern bei Temperaturschwankungen ihre Form und somit auch geringfügig ihre Brennweite und Fokuslage. Vor Beginn der Aufnahme sollte man daher die Optik mindestens 30 bis 45 Minuten lang auskühlen lassen. Bei sehr langen Belichtungen empfielt es sich, zu warten, bis die Aussentemperatur konstant ist.

Der Okularstutzen sollte fixierbar sein und kein Spiel haben. Sonst kann es leicht passieren, dass er sich durch das Kameragewicht von selber ausfährt und so den Fokus verstellt.

Ergänzender Artikel: Fokussierung

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Nachgeführte Aufnahmen zeigen konzentrische Strichspuren um einen gemeinsamen Mittelpunkt.

Wenn eine nachgeführte Aufnahme wie eine Polstrichspur-Aufnahme aussieht, war die Optik nicht genau genug auf den Himmelspol ausgerichtet. Es bilden sich dann im Laufe der Bewegung konzentrische Strichspuren aus, deren Mittelpunkt der Leitstern ist, auf den nachgeführt wurde.

Für eine genaue Nachführung sollte die Montierung so exakt wie möglich, höchstens mit einer Ungenauigkeit von einem Viertel Grad, auf den Himmelspol ausgerichtet sein. Der Polarstern ist 0,8 Grad vom Himmelsnordpol entfernt, eine Ausrichtung auf ihn ist nur bei kurzen Belichtungszeiten bis etwa fünf Minuten ausreichend.

Die Montierung muss auch parallel zum Erdboden ausgerichtet sein! Bei Belichtungen, die länger als einige Minuten dauern, sollte man mit einer Wasserwaage, die man in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung an geeigneter Stelle ansetzt, diese Ausrichtung überprüfen. Eine Dosenlibelle aus dem Fachhandel ist komfortabler, sie wird auf der Montierung befestigt.

Ergänzender Artikel: Nachführung

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Aufnahmen zeigen z- bzw. s-förmige Strichspuren.

Dieser Fehler tritt auf, wenn die Nachführkontrolle nicht oder nicht genau genug durchgeführt wurde. Bereits bei kleinen, kaum merklichen Ungenauigkeiten in der Einnordung der Montierung treten Nachführfehler auf, die während der Belichtung zum Beispiel über ein Leitfernrohr mit Fadenkreuzokular, in dessen Zentrum ein Leitstern gehalten werden muss, ausgeglichen werden müssen.

Ein Nachführfehler in Ost-West-Richtung tritt auch durch den sog. "periodischen Schneckenfehler" der Montierung auf. Dieser wiederholt sich in regelmäßigen Abständen. Er ist konstruktionsbedingt und lässt sich nicht komplett vermeiden.

Bei gering- bis mittelbrennweitigen Fotoobjektiven kann bei hinreichend genauer Einnordung auf eine Nachführkontrolle verzichtet werden, sofern die Belichtung nicht zu lange dauert.

Die Montierung muss auch parallel zum Erdboden ausgerichtet sein! Bei Belichtungen, die länger als einige Minuten dauern, sollte man mit einer Wasserwaage, die man in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung an geeigneter Stelle ansetzt, diese Ausrichtung überprüfen. Eine Dosenlibelle aus dem Fachhandel ist komfortabler, sie wird auf der Montierung befestigt.

Ergänzender Artikel: Nachführung

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Mond, Planeten oder Sonne zeigen auf Fotos weniger Details, als im Okular bzw. Kamerasucher sichtbar sind.

Durch die Luftturbulenzen, das sog. "Seeing", ist es prinzipiell nicht möglich, bei längeren Belichtungszeiten alle Details fotografisch abzubilden, die man mit dem gleichen Gerät visuell wahrnimmt. Um das Seeing zu unterdrücken, darf die Belichtungszeit meiner Erfahrung nach nicht länger als ca. 1/90 Sekunde sein.

Ist die Aufnahme z. B. beim Mond im Hundertstelsekunden-Bereich belichtet und es sind wenig Details zu erkennen, ist die Aufnahme überbelichtet. Das Objekt setzt sich aus unzähligen Lichtpunkten zusammen. Bei zu langer Belichtung überstrahlen sie sich gegenseitig, und somit werden feine Details verwischt.

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Beugungsringe um Sterne haben den Stern nicht als exakten Mittelpunkt.

Tritt dieser Fehler nur am Bildrand und sehr schwach auf, liegt das im Rahmen der Abbildungsfehler, die jede Optik aufweist und nicht vollständig vermeidbar sind. Ist der Effekt sehr stark und relativ weit in das Bild hinein ausgeprägt, wird es kompliziert: Haupt- und/oder Fangspiegel der Optik müssen neu justiert werden.

Dies geschieht mit den Schrauben, die an der Tubusrückwand und Fangspiegelhalterung befestigt sind. Die genaue Vorgehensweise hängt vom jeweiligen Modell ab und ist der Bedienungsanleitung zu entnehmen. In ungünstigen Fällen muss der Hauptspiegel mit Tubusrückwand entfernt werden.

Die Überprüfung der Justage wird so vorgenommen: Ein Stern wird unscharf eingestellt. Der Lichtring, der hierbei entsteht, ist bei korrekter Justage überall gleich dick und der schwarze Kreis ist exakt im Mittelpunkt.

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Das Foto hat Doppelbilder.

Hier wurde das Bild während der Belichtung verwackelt. Die "Doppelabbildung" erscheint dabei meist schwächer als das eigentliche Abbild des Zielobjektes.

Bei einigen Montierungen kann bereits die Bewegung des Klappspiegels der Kamera Verwackelungen auslösen. Um dies zu vermeiden, hält man bei längeren Belichtungen eine dunkle Pappe vor die Öffnung der Optik und wartet einige Sekunden, bis die Schwingungen abgeklungen sind. Beim Ende der Belichtung erst die Pappe vor das Objektiv halten, dann die Belichtung beenden. Diese Methode wird "Hutmethode"genannt.

Um bei der Auslösung jede Berührung der Instrumente auszuschließen, empfielt es sich, sich mit dem Drahtauslöser in der Hand etwas von dem Gerät zu entfernen.

Ein Aufnahmegerät muss ausbalanciert werden, das heisst, eine Optik mit angesetzter Kamera (!) darf kein Übergewicht zu einer Seite haben. Um dies zu überprüfen, löst man alle Feststellschrauben und richtet den Tubus in der Aufnahmekonfiguration, also mit Kamera und ggf. Nachführsystem, parallel zum Erdboden aus. Kippt er in eine Richtung, muss die Befestigung so lange verändert werden, bis er in der parallelen Position verbleibt. Ist eine Veränderung der Tubusposition, wie z. B. bei katadioptrischen Systemen, die mit einer Gabelmontierung verbunden sind, nicht möglich, kann man mit Gegengewichten an der leichteren Tubushälfte das Gleichgewicht herstellen.

Bei deutschen Montierungen muss ggf. das Gegengewicht ebenfalls in seiner Position verändert werden.

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Helle Kratzer parallel zur breiten Seite des Negativs.

Die Filmandruckplatte ist verkratzt oder es befindet sich Staub auf ihr. Es empfielt sich, die Platte vor dem Verschließen des Filmfaches mit einem Blasebalg abzupusten oder mit einem faserfreien Tuch abzuwischen.

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Das Bild ist stellenweise unscharf.

Der Film liegt nicht plan an der Filmandruckplatte an. Durch die geringe Schärfentiefe langbrennweitiger Optiken genügen Bruchteile eines Millimeters Abstand des Filmes von der Andruckplatte, um das Bild stellenweise unscharf werden zu lassen. Dies kann an der Beschaffenheit einzelner Filmstreifen liegen. Tritt das Problem bei verschiedenen Filmrollen auf, muss die Kamera zur Reparatur.

Möglicherweise ist die Kamera im Okularauszug abgekippt. Sofern die Feststellschrauben oder das Befestigungsgewinde nicht richtig angezogen sind, kann die Kamera am Okularauszug für das bloße Auge unmerklich kippen. Da die Schärfentiefe bei langbrennweitigen Aufnahmen extrem gering ist, genügt eine Verstellung des Fokus von Bruchteilen eines Millimeters, und das Bild ist unscharf.

Siehe hierfür auch Kamerabefestigung im Artikel Grundlagen.

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Sterne sind am Bildrand deformiert.

Der Fehler, dass Sterne am Bildrand dreiecksförmig verzerrt ("Koma") oder länglich verformt sind, tritt in erster Linie bei preiswerten, sehr lichtstarken Objektiven und Teleskopen auf und ist konstruktionsbedingt.

Bei Fotoobjektiven kann man diese Fehler durch Abblenden um ein bis zwei Blendenstufen minimieren, für lichtstarke Teleskope gibt es Korrekturlinsen, z. B. Komakorrektoren.

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Das Foto hat einen Farbstich.

Ein grüner oder grauer Farbstich tritt meistens auf, wenn der Nachthimmel durch künstliche Lichtquellen aufgehellt wird. Dies mag für das bloße Auge kaum merklich sein, bei langen Belichtungszeiten summiert sich dies wegen des Lichtsammelvermögens von Filmen und CCD-Sensoren zu unansehnlichen Farbstichen.

Blaue Farbstiche können auch auf künstliche Himmelsaufhellung zurückzuführen sein. Er tritt auch auf, wenn eine für das bloße Auge noch nicht merkliche Dämmerung eingesetzt hat, die den Himmel leicht aufhellt.

Braune Farbstiche sind ein Hinweis auf Unterbelichtung.

Bei sehr langer oder extrem kurzer Belichtung treten je nach Filmtyp unterschiedliche Farbstiche durch den sog. Schwarzschild-Effekt auf. Er beschreibt einen Empfindlichkeitsverlust im Laufe langer oder kurzer Belichtungen, der mit Farbstichen einhergeht. Einige Filme zeigen keine sichtbaren Farbstiche. Bei digitalen Kameras tritt der Schwarzschildeffekt nicht auf.

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Version vom: 17.9.2008 | Autor: Christian Leu | Hinweis zum Drucken | Datenschutzerklärung